Mikrofonie
Wandlerarten
Mikrofone
Charakteristika
von Mikrofonen
Sonderformen
Mikrofonpositionierung
Stereofonie
Aufnahmeverfahren
Schall in Räumen
Wandlerarten
Elektrostatische Mikrofone, Kondensatormikrofone
Sie werden meist im Studio verwandt, haben einen linearen Frequenzgang, eine hohe Empfindlichkeit und ein gutes Impulsverhalten. Für den Live-Betrieb sind sie nicht robust genug.
Elektrodynamische Mikrofone, Tauchspulen- und Bändchenmikrofone
Tauchspulenmikrofone sind im Gegensatz zu den sehr sensiblen Bändchenmikrofonen gut für den Live-Betrieb geeignet. Sie sind robust, gerichtet (also rückkopplungsarm), können hohe Schalldrücke ab.
Piezoelektrische Mikrofone, Keramik und Kristall
Man benutzt
diese Form von Mikrofonen häufig als Tonabnehmer für
Gitarren. Im Frequenzgang ab 8 kHz sind sie allerdings
miserabel.
Widerstandsmikrofone, Kohlemikrofone
Heutzutage kaum noch genutzte Technik. Man findet sie aufgrund ihres miserablen
Frequenzgangs von 3-7kHz nur noch in Telefonen. Es ist sehr schwierig diesen Telefoneffekt mit
Hilfe von Effekten nachzubilden, man sollte dafür tatsächlich ein
Telefon zur Hilfe nehmen.
Wandler-Anwendungsmöglichkeiten
Grenzflächenmikrofone
Grenzflächenmikrofone
oder auch Pressure Zone Microphones sind in flache Scheiben
eingebaut, die man meist auf den Boden legt. Sie nehmen
die Reflektionen des Raumes wahr.
Interferenzempfänger (shotgun)
Die Interferenzempfänger sind Richtmikrofone, sie nehmen gerichtete Schallwellen
auf, man verwendet sie für Außenaufnahmen.
Lavaliermikrofone
Meist kleine Mikrofone, wie sie z.B. in Talkshows verwendet werden. Sie sind im allgemeinen drahtlos, haben wenig Höhen, viele untere Mitten und bei ca. 800 Hz eine starke Überhöhung.
Mikrofonarten
Kondensatormikrofon
Kondensatormikrofone
haben eine sehr natürliche und transparente Wiedergabequalität
im gesamten Frequenzspektrum. Man nennt sie nach ihrem
Wandlerprinzip dielektrisches oder elektrostatisches Mikrofon.
Die Membran dieses Wandlers ist eine elektrisch leitende,
1-10µm dünne Folie, die als Elektrode von der
Gegenelektrode im Abstand von 5- 50 µm angebracht
ist. Schalldruck verursacht Schwingungen der Membran wodurch
sich die Kapazität zwischen den Elektroden ändert.
Die Mikrofonkapsel wird über einen großen Widerstand an eine konstante
Gleichspannung von 40-200 V gelegt. Ändert sich die Kapazität der
Mikrofonkapsel, wird am Widerstand eine Spannungsänderung im Rhythmus
der Schallwellen erzeugt. Diese elektrische Schwingung kann jedoch nur über
einen Verstärker im Mikrofongehäuse an das Mikrofonkabel weitergeleitet
werden, da der Ausgangswiderstand der Mikrofonkapsel für den Anschluß an
eine Mikrofonleitung zu hoch ist. Der Verstärker wandelt die Impedanz
auf einen üblichen Ausgangswiderstand von 200 ½. In den meisten Studiomikrofonen
findet man eine NF-Schaltung, es gibt jedoch auch Kondensatormikrofone mir
HF-Schaltung. Diese Schaltung findet man bei der MKH-Serie von Sennheiser.
Die Mikrofone zeichnen sich durch durch extrem geringes Rauschen und ihre neutrale
Klangcharakteristik aus. Sie wurden speziell für Klassik-Produktionen
entwickelt.
Die Gegenelektrode und der Vorverstärker benötigen eine Versorgungsspannung.
Bei symmetrisch zugeführten Mikrofonleitungen wird das Mikrofon über
diese mit einer Gleichspannung versorgt. Sie wird in die Leitung eingekoppelt,
kann durch die symmetrisch eingebauten Ein- und Ausgänge von Mikrofon
und Mischpult diesen allerdings nicht schaden. Die Phantomspannung hat 48 V,
hierbei wird die Gleichspannung zur Versorgung des Mikrofons über zwei
Widerstände von 6,8 ½ auf die beiden Adern der Mikrofonleitung geschaltet
und wieder
entnommen. Zwischen den beiden Adern besteht also gleichspannungsmäßig
keine Potentialdifferenz.
Vorteile von Kondensatormikrofonen
Linearer Frequenzgang
Gutes Impulsverhalten
Sehr natürlicher neutraler Klang
hohe Empfindlichkeit
Nachteile
Teuer
benötigen Phantompower
Grenzschalldruck relativ gering bei 120/ 130 dB SPL
(häufig Umschalter von -10 dB, um Verzerrungen zu vermeiden)
ziemlich empfindlich
Elektret
Kondensatormikrofone
Diese spezielle Form der Kondensatormikrofone hat auf der Gegenelektrode (Back-Plate)
einen Kunststoff aufgebracht, der die Ladung behält. Man benötigt
also keine Polarisationsspannung, aber trotzdem noch eine Spannungsversorgung
für den Verstärker.
Tauchspulenmikrofone
An der
Membran der Tauchspulenmikrofone ist eine Schwingspule
befestigt, die in einem ringförmigen Spalt eines Magneten
gelagert ist. Regen Schallwellen die Membran zum Schwingen
an, so wird in der Spule eine Spannung induziert, die direkt
abgegriffen werden kann, da die Nennimpedanz bei 200 ½
liegt.
Tauchspulenmikrofone haben ein recht schlechtes Impulsverhalten, da die Spule
erst mal in Bewegung versetzt werden muß. Ihr Frequenzgang ist ebenfalls
nicht der beste, sie werden von tieffrequenten Schallwellen anders angeregt
als von hochfrequenten. Bei tiefen Frequenzen bewegt sich der Magnet nur langsam,
bei hohen ist ab
ca. 16 kHz Schluß, da das System zu träge wird. Die Mikrofone klingen
häufig muffig.
Störmagnetfelder führen zu Brummen, bessere Mikrofone haben deswegen
eine Kompensationsspule phasengedreht zur Mikrospule, die nur Störmagnetfelder
aufnimmt.
Vorteile von Tauchspulenmikrofonen
robust
preiswert
benötigen keine Versorgungsspannung
haben einen höheren Grenzschalldruck
Bändchenmikrofone
Das Bändchen,
also die Membran dieser Mikrofonart ist ein Aluminiumstreifen
von 2-4 mm Breite und mehreren Zentimetern Länge.
Es ist zwischen den Polen eines Dauermagneten eingespannt
und hat einen Schwingbereich von nur wenigen µm.
Sein Eigenwiderstand beträgt weniger als 1 ½, ihm
muß also ein Überträger nachgeschaltet
werden, um auf den Ausgangswiderstand von 200 ½ zu kommen.
Bändchenmikrofone haben eine Empfindlichkeit von nur 1 mV/Pa und eine
geringere Spannung als Tauchspulen-mikrofone, da sie praktisch nur eine Windung haben.
Sie zeichnen sich durch einen sehr linearen Frequenzgang aus und haben durch
die leichte Membran ein gutes Impulsverhalten. Sie haben eine 8er Richtcharakteristik
und einen sehr warmen Klang. Leider haben sie durch ihre Impulstreue im Mikrometer-Bereich
einen höheren Rauschanteil als Kondensatormikrofone. Außerdem können
sie keine hohen Schalldrücke vertragen, sind popplautempfindlich und wer
eins fallenläßt
Richtcharakteristiken
Mikrofone besitzen eine Richtwirkung, daß heißt sie können für Schallwellen aus unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich empfindlich sein. Je nach der Richtcharakteristik eines Mikrofons, kann man unerwünschten Schall schon durch die Aufstellung und Ausrichtung des Mikrofons ausgrenzen. Die Richtwirkung der Mikrofone wird bedingt durch ihre Bauweise, kann aber bei bestimmten Mikrofontypen umgeschaltet werden. Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Bauarten unterscheiden: Druckempfänger und Druckgradientenempfänger.
Druckempfänger
Druckempfänger
haben grundsätzlich eine Kugelcharakteristik. Bei
ihnen sitzt die Membran vor einer schall- und luftdichten
Kapsel, der Schall kann also nur von einer Seite auf die
Membran einwirken. Es ist egal aus welcher Richtung die
Schallwellen kommen, da für dieses Konstruktionsprinzip
nur der Schalldruck entscheidend ist. Der Druckempfänger
besitzt also praktisch keine Richtwirkung, wodurch die
kugelförmige Richtcharakteristik entsteht. Dieses
ist jedoch relativ zu betrachten, da Schallwellen mit hoher
Frequenz nicht mehr um das Mikrofon herumgebeugt werden.
Deshalb sind Druckempfänger-Mikrofone im allgemeinen
sehr klein gebaut und haben auch eine kleine Membran. Denn
diese reflektiert hohe Frequenzen bei einem Einfallswinkel
von 0O. Dadurch wird ein Druckstau hervorgerufen und der
Höhenbereich kann bis zu 10 dB angehoben werden.
Druckempfänger sind gut geeignet für Raumklangaufnahmen und durch
ihre steife Membranaufhängung wenig empfindlich gegen Wind- und Körperschall.
Sie haben einer sehr gute Übertragung, eine gerade Frequenzganglinie
bis runter zum Baßbereich.
Druckgradientenempfänger
Ein Druckgradientenempfänger kann verschiedene Richtcharakteristiken haben: Niere, Superniere, Hyperniere, Keule und Acht. Seine Membran ist von beiden Seiten dem Schalldruck ausgesetzt und nicht wie der Druckempfänger von einer Seite geschützt. Damit wird die Membran durch den Druckunterschied von vorne und hinten ausgelenkt. Diese Schalldruckdifferenz heißt Druckgradient.
Achterrichtcharakteristik
Die Acht
ist die frequenzabhängigste Richtcharakteristik, weil
sich der Schall nicht um die Kapsel herumbeugen muß.
Die maximale Druckdifferenz wird bei einer Schalleinfallsrichtung
von 0O und 180O erreicht. Bei 90O und 270O entsteht gar
kein Druckunterschied und folgt kein Ausgangssignal.
Nierenrichtcharakteristik
Der größte Teil der Druckgradientenmikrofone hat eine Nierenrichtcharakteristik.
Hierbei tritt bei einer Schalleinfallsrichtung von 180O gar kein Druckunterschied
an der Membran ein. Dies wird durch akustische Laufzeitglieder innerhalb des
Mikrofons erreicht. Dafür haben alle gerichteten Mikrofone seitliche Schalleinlaßöffnungen.
Die Richtwirkung von Nierenmikrofonen läßt bei tiefen Frequenzen
nach, es erhält eher eine Kugelcharakteristik.
Nahbesprechungseffekt
Dieser Effekt tritt nur bei Druckgradientenmikrofonen auf. Verringert sich der Abstand der Schallquelle zum Mikrofon auf weniger als 1 m, werden die tiefen Frequenzen angehoben, da der Schalldruck proportional mit dem Abstand zunimmt. Dadurch klingt der Sänger oder das Instrument druckvoller, denn mit doppeltem Schalldruck steigt die Lautheit um 6 dB.
Variable Richtcharakteristiken
Außer
den Mikrofonen mit festgelegten Richtcharakteristiken gibt
es noch welche, bei denen sich die Richtcharakteri-stik
verändern läßt. Das kann auf zwei Arten,
je nach Mikrofon, erreicht werden. Zum einen gibt es Mikrofone,
bei denen man einfach die Kapsel austauschen kann. Dies
sind meist Kleinmembran-Kondenser, wie z.B. die Blue Line
von AKG, SE 300 B & CK 91 (Niere) oder CK 92 (Kugel),
der Schoeps CMC & MK 2 (Kugel) oder MK 4 (Niere).
Die zweite Möglichkeit sind Großmembran-Kondensatoren mit umschaltbarer
Richtcharakteristik. Sie sind schnell umschaltbar, sehr empfindlich und haben
generell einen wärmeren Klang als Kleinmembran-Kondensatoren, auch wenn
diese allgemein den Großmembran-Kondensern überlegen sind.
Die unterschiedlichen Richtcharakteristiken werden bei den umschaltbaren Mikrofonen
immer aus der Kombination zweier sich gegenüberliegender Nieren gebildet.
Bei diesen Doppel-Membran-Mikrofonen liegen sich zwei Membranen an einer gemeinsamen
Gegenelektrode gegenüber. Die nach hinten gerichtete Kapsel kann mit einer
veränderbaren Kapselvorspannung versorgt werden. Liegt keine Vorspannung
an, ist diese Kapsel nicht aktiviert und das Mikrofon behält eine normale
Nierenrichtcharakteristik. Da sich die Ausgangssignale beider Kapsel addieren,
ergeben sich je nach Vorspannung der rückseitigen Kapsel folgende Richtcharakteristiken:
Bei 100% addieren sich die Kapseln zu einer Kugel, bei 50% zu einer abgeflachten
Kugel, bei -50% entsteht eine Superniere und bei -100% erfolgt eine gegenphasige
Addition und aus den beiden Nieren wird eine Achterrichtcharakteristik.Spezifikationen
von Mikrofonen.
Empfängerprinzip
Das Empfängerprinzip beschreibt die Art und Weise, wie ein Mikrofon akustische Schwingungen in mechanische (Membran-) Schwingungen wandelt, also ob es sich um einen Druckempfänger oder einen Druckgradientenempfänger handelt.
Wandlerprinzip Transducer Type/ Cartridge Type
Mit dem Wandlerprinzip wird ausgesagt, auf welche Art und Weise ein Mikrofon die mechanischen (Membran-) Schwingungen in elektrische Impulse umwandelt. Die wichtigsten Wandlerprinzipien sind das elektrostatische und das elektrodynamische Wandlerprinzip.
Richtcharakteristik Polar Pattern
Die Richtcharakteristik
beschreibt die Abhängigkeit des übertragenen
Mikrofonausgangspegels von der Schalleinfalls-richtung.
Diese Abhängigkeit wird in Richtdiagrammen dargestellt.
Es gibt folgende Richtcharakteristiken: Nierenrichtcharakteristik, Kugelrichrcharakteristik,
Keulenrichcharakteristik (Ultradirectional)
Interferenzempfänger, Richtmikrofon. Bei tiefen Frequenzen kaum noch Richtmikrofon.
Frequenzgang Frequency Response
Der Frequenzgang
zeigt den Verlauf des Übertragungsfaktors eines Mikrofons
in Abhängigkeit von der Frequenz.
Hierfür gibt es zwei Darstellungsweisen: a) den Freifeldfrequenzgang,
der innerhalb des Hallradius in dem der Direkt-schallanteil überwiegt
gemessen wird und b) den Diffusfeldfrequenzgang, der außerhalb des Hallradius
gemessen wird, wo die Diffusion überwiegt.
Es gibt Freifeldentzerrte und Diffusfeldentzerrte Druckempfänger.
Stromversorgung
Sagt
aus, ob ein Mikrofon externe oder interne Stromversorgung
benötigt (Phantomspeisung, Tonaderspeisung, Batterie).
Übertragungsfaktor Empfindlichkeit, Sensitivity
Gibt die Größe der Spannung an, die von einem Mikrofon bezogen auf
den einwirkenden Schalldruck abgegeben wird. Die Angaben beziehen sich auf
einen Sinuston von 1 kHz, die Maßeinheit ist mV/Pa.
Tauchspulenmikrofone: 2-3 mV/Pa
Bändchenmikrofone: 1 mV/ Pa
Kondensatormikrofone: 8-30 mV/Pa
Elektretkondensatoren: 5-15 mV/Pa
F.L.Ü. Feldleerlaufübertragungsfaktor
Die Ausgangsspannung wird als Leerlaufspannung bei einem sehr hochohmigen Abschlußwiderstand gemessen. Man mißt hierbei die Spannung die maximal übertragen wird.
F.B.Ü. Feldbetriebsübertragungsfaktor
Hier
mißt man die Ausgangsspannung bei einem Nennabschlußwiderstand. Über
dem Meßwiderstand fällt eine geringere Spannung
ab (Spannungsteiler). Einheit mV/Pa.
Geräuschspannung Noise Level, Rausch-, Fremdspannung
Die Geräuschspannung gibt die durch das Eigenrauschen des Mikrofons produzierte
Störspannung an. Ein Mikrofon gibt einen Rauschspannungspegel ab, wenn
es kein Nutzsignal empfängt. Gemessen wird, ohne daß Schalldruck
auf des Mikrofon einwirkt. Einheit dBV.
Geräuschspannungsabstand
Die Differenz
zwischen dem Pegel, den das Mikrofon bei einem Schalldruck
von 1Pa/ 1kHz abgibt und seinem Geräuschpegel (1 Pa
= 94 dB SPL). Der Spannungswert wird umgerechnet in Lautstärkewert.
Nach der amerikanischen Meßmethode CCIR fällt
der Wert immer größer aus.
Bsp. U 87: Kugel: 15 dBA, 26 CCIR
Geräuschpegelabstand Signal to Noise Ratio
Der Geräuschpegelabstand wird errechnet aus 94dB abzüglich des Ersatzgeräuschpegels.
Ersatzlautstärke Ersatzgeräuschpegel, Equivalent Noise Level
Die Ersatzlautstärke
gibt an, welchem Schalldruckpegel das von diesem Mikrofon
produzierte Eigenrauschen entspricht.
Nennabschlußimpedanz
Impedance
Die Nennabschlußimpedanz gibt die Größe des Widerstandes an, für den das Mikrofon ausgelegt ist. Dies ist im Normalfall 200 - 1000 ½. Der Abschlußwiderstand muß ca. 5 mal größer sein, als der Innenwiderstand.
Grenzschalldruck Maximum Sound Pressure Level
Der Grenzschalldruck
ist derjenige Schalldruckpegel, ab dem gemessen
bei 1 kHz mit einem Klirrfaktor größer
als 0,5% (1%) zu rechnen ist.
Bei Kondensatormikrofonen liegt der Grenzschalldruck allgemein bei 120 - 130
dB, bei Tauchspulenmikrofonen
dagegen bei 150 - 160 dB.
Bündelungsgrad
Der Bündelungsgrad
besagt um wieviel Mal größer die aufgenommene
Leistung des Raumschall wäre, wenn das Mikrofon bei
gleicher Empfindlichkeit eine Kugelrichtcharakteristik
hätte, also wie stark es gerichtet ist.
Kugel: 1
Niere, Acht: 1,7
Superniere: 1,9
Hyperniere: 2,0
Keule: 2 - 5 (frequenzabhängig)
top
Sonderformen von Mikrofonen
Grenzflächenmikrofone
PZMs,
Pressure Zone Microphones
Grenzflächenmikrofone sind meistens Druckempfänger mit Halbkugelcharakteristik.
Sie nutzen das akustische Prinzip der Grenzfläche, bei dem der Schall,
der sich in Richtung der Grenzfläche ausbreitet am Reflektionspunkt seine
Richtung ändert. Stellt man Mikrofone im normalen Sinne auf,
besteht häufig die Gefahr von Kammfiltereffekten, da sich das Signal des
direkten Schalls und das der Reflektionen überlagern. Das beeinträchtigt
natürlich den Sound, es klingt hohl und dröhnend. Will man einen
linearen Frequenzverlauf erreichen, muß man also die Bodenreflektionen
ausschalten. Dies kann schon durch einen verringerten Abstand der Schallquelle
zum Mikrofon erreicht werden. Dieses ist häufig, z.B. auf der Bühne
aber nicht machbar. Wenn man nun das Mikrofon auf den Boden legt, liegt es
praktisch am Ort der Reflektionen, die damit wegfallen. Dadurch
vergrößert sich auch der Schalldruck und dementsprechend erhält
man 6 dB Empfindlichkeitsgewinn am Mikrofon.
Durch den extrem verringerten Kammfiltereffekt sind die Grenzflächenmikrofone
hervorragend für Raumklang-
aufnahmen geeignet. Es besteht eine Phasengleichheit zwischen direktem und
reflektierten Signal. Dank ihrer flachen Bauweise lassen sie sich unauffällig
plazieren, sind also ideal für Theaterbühnen und Konferenztische.
Es gibt verschiedene Bauweisen von PZMs z.B.
Crown PZM 30. Nur reflektierter Schall wird aufgenommen.
Beyerdynamik
MPC 50, Neumann Dreieck GFM 132, Sennheiser
MKE 212
Außer den Druckempfängern gibt es auch Grenzflächenmikrofone
die als Druckgradientenempfänger ausgelegt sind. Sie heißen PCC,
Phase Coherent Cardioid und haben meist halbe Nierenrichtcharakteristik. Beispiel
hierfür:
AKG C 547 BL.
Lavaliermikrofone
Lavaliermikrofone sind kleine Ansteckmikrofone, wie man sie häufig bei Talkshows sieht. Sie haben eine Absenkung im Bereich von 800 Hz, da sie im Brustbereich getragen werden und somit stark den tiefen Resonanzen der Stimme ausgesetzt sind. Diese Mikrofone, wie z.B. das MCE 5 von Beyerdynamik kommen jedoch zusehends aus der Mode.