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Akustik

 

Grundbegriffe
Rauschen
Frequenzen
Schall (Schallausbreitung, Schallintensität, Schalldruck, Schallbrechung, Nahbesprechungseffekt, Schallreflektion, Absorption)
Hall (Schalleistung, Early Reflections, Diffusion)
Monitoring
Reflektionen
Baukriterien für Regieräume

 

Grundbegriffe

Ton:

Ein Ton ist eine sinusförmige Schallschwingung im Hörbereich, die sich periodisch wiederholt.

Tongemisch:

Ein Tongemisch besteht aus mehreren Tönen beliebiger Frequenz.

Klang:

Ein Klang ist eine Schallschwingung im Hörbereich, er besteht aus Grund- und Obertönen. Jeder Klang kann in einzelne Sinustöne zerlegt werden. Ein Ton z.B. vom Klavier besteht aus mehreren Tönen, man nennt ihn auch komplexen Ton oder einfachen/ harmonischen Klang. Er setzt sich zusammen aus Grund- und Obertönen. Die Frequenzen der Obertöne stehen im ganzzahligen vielfachen Verhältnis zum Grundton.
Obertöne haben meist kleinere Amplituden, die die Grundschwingung überlagern, sie bestimmen die Klangfarbe.
Formanten sind Teile des Frequenzbereiches, die bei Anregung besonders schwingen.

Schallimpuls (Knall):

Ein Schallimpuls ist ein einmaliges Schallereignis von kurzer Dauer.


Rauschen

Schall, bei dem alle Frequenzen, statistisch verteilt, gleichmäßig auftreten. Rauschen setzt sich aus sehr vielen, dicht nebeneinanderliegenden Sinusschwingungen zusammen.
Weißes Rauschen klingt höhenbetonter da das Gehör doppelt so hohe Frequenzen als Oktave bewertet. Alle Frequenzen haben die gleiche Amplitude. Man findet weißes Rauschen beim Ruherauschen von elektronischen Geräten.
Rosa Rauschen klingt ausgewogener als das weiße Rauschen, es ist günstiger für Messungen. Die Amplitude nimmt beim rosa Rauschen um 3 dB pro Oktave ab. Deswegen kann man es auch als gehörangepaßtes Rauschen bezeichnen. Die Amplitude der Teiltöne nimmt bei Frequenzverdoppelung um den Faktor 0,7 ab.


Frequenzbereich des Menschen

Der Frequenzbereich des Menschen liegt bei seiner Geburt zwischen 20 Hz und 20 KHz (20 000 Hz).
Das Gehör wird alle zehn Jahre (ohne äußere Einflüsse) im oberen Frequenzbereich um 1 KHz schlechter.
Infraschall: Unterhalb ca. 20 Hz
Ultraschall: Oberhalb des Hörbereiches.
NF: Niederfrequenz (Hörbereich, Musik)
HF: Hochfrequenz (Träger, z.B. UKW-Bereich)
Schallerzeuger
Als Schallerzeuger bezeichnet man alles, was die Luft zum Schwingen anregt, z.B. Instrumente und Stimme.

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Schallausbreitung

Zur Schallübertragung müssen Moleküle vorhanden sein. Schall kann im luftleeren Raum nicht übertragen werden.
Eine Schallausbreitung ist eine Druckveränderung in der Luft. Hierbei stoßen sich die einzelnen Luftmoleküle gegenseitig an und breiten sich aus. Die Schallwelle ist die Ausbreitung einer Schwingung in einem Medium (meistens Luft). Schall ist ein permanenter Wechsel der Druckverhältnisse.

Die Verdichtung durch Anstoßen der Luftmoleküle bezeichnet man auch als Luftschall. Er breitet sich als Longitudinalwelle oder Dichtewelle aus. Hierbei ist die Schwingungsrichtung gleich der Ausbreitungsrichtung.

Der Körperschall (z.B. Wasser) breitet sich in Transversalwellen aus. Die Schwingungsrichtung der Teilchen ist senkrecht zur Ausbreiterichtung.
Der Luftdruck der Atmosphäre im unteren Bereich wird bezeichnet als
Stationärer Luftdruck: 1 bar
Wechseldruck: 1 Pa = 1 N/m2, 1 bar = 100 000 Pa, 0,1 Pa = 1µbar
Sprechlautstärke: 0,01 Pa
Schalldruck/ -pegel
Schallerzeugung hat Luftdruckänderungen zur Folge, man nennt sie Schalldruck.

Der Schalldruck wird in bar oder Pascal angegeben.
1 bar = 1•105 Pa = 1•103 hPa
1 mbar = 1 hPa
1000 mbar = 1000 hPa
Geringster hörbarer Schalldruck: 2•10-5 Pa
Die untere Gehörschwelle des Menschen liegt bei ca 2•10-5 Pa = P0. P0 ist der sog. Bezugsschalldruck.
Die Lautstärkewahrnehmung des Gehörs ist nicht linear, aber logarithmisch.
Schalldruckpegel: LP=20•log P:P0 P0 = 0dB SPL, 2•10-5 Pa
Beispiel: Die Sprechlautstärke liegt bei 0,01 Pa. Um den Schalldruckpegel in dB zu errechnen, setzt man ein:
LP=20•log 0,01: (2•10-5 Pa) = 20•log 500 = 54 dB
Kommunikationspegelbereich: 50 - 80 dB

Ein relativer Pegel hat keinen direkten Bezug, d.h. er ist immer … dB lauter oder leiser.
Einem absoluten Pegel kann eindeutig ein Wert, eine Spannung zugeordnet werden.
Der doppelte Schalldruck wird vom Menschen jedoch nicht als doppelt so laut empfunden. Die Angaben in dB richten sich nach dem subjektiven Lautstärkeempfinden der Menschen.

Eine Verdoppelung der Lautheit, wie es dem Menschen erscheint, ist genau 1 Bel. Da das Bel aber eine zu grobe Einheit darstellt, wählte man das deziBel, d.h. 10 dB = 1 Bel

Schallgeschwindigkeiten
Luft bei 0o: 331 m/s bei 20o: 343,8 m/s
Wasser bei 0o: 1485 m/s (4fach)
Holz bei 0o: 3000 - 4000 m/s (10fach)
Eisen bei 0o 5100 m/s (15fach)
Die Luftschallgeschwindigkeit ändert sich pro Grad Temperaturunterschied um 0,6 m/s.
„Blitzformel“ (Laufzeit des Schalls)
t = l:c l= Weg (m). c = Schallgeschw. (m/s)
l = t • c, l = c:f Schallintensität (I)
Die Schallintensität I ist die Schalleistung, die durch eine Flächeneinheit, die senkrecht zur Ausbreiterichtung der Schallwelle steht, hindurchströmt.
Die Einheit der Schallintensität I = W/m2
Wirkungsgrad (eta) h = Pab/Pzu • 100
Lp = 10log I1:I2 I= P2:Z0 Z0= Schallimpedanz

Die Schallimpedanz ist konstant.
Mit der Verdoppelung von P vervierfacht sich I. (Bei der Quadration von Faktoren verdoppeln sich die Logarithmen).

Schallschnelle

Schallschnelle ist die Bewegung eines Moleküls um seine Ruhelage herum. Diese Geschwindigkeit ist nicht mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verwechseln.Die Schallschnelle von Molekülen beträgt bei einem Schalldruck von 0,1 Pa nur 0,25 mm/s.

Nahbesprechungseffekt

Strahlt die Schallwelle noch kugelförmig ab, so befindet sich im Nahfeld eine Kugelwelle, die mit wachsender Entfernung in eine ebene Welle übergeht. Im Bereich der Kugelwelle ist die Schnelle in Abhängigkeit von Frequenz und Entfernung zur Schallquelle gegenüber dem Druck phasenverschoben.
Schalldruck und Schallschnelle sind im ganzen Schallfeld der Frequenz direkt und der Entfernung zur Schallquelle umgekehrt proportional.
Der Druckunterschied wird größer, je höher die Frequenz ist. Der Druckgradient steigt proportional mit der Frequenz. Im Bereich einer Drittel Wellenlänge steigt der Druckgradient um 3 dB.

Schall trifft auf Hindernis

Wenn Schall auf ein Hindernis trifft, erfährt er Reflexion (Bündelung, Streuung), Beugung, Brechung oder Absorption (Diffusion).

Schallreflexion

Die Schallreflexion ist vergleichbar mit der Reflexion in der Optik, wenn die Abmessungen des Reflektors mindestens die 5fache Wellenlänge haben.
Der einfachste Fall ist eine Reflexion an einer ebenen Fläche. Hierfür gilt die Regel Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel. Dies gilt auch für gekrümmte Flächen. Als Reflexionsfläche legt man die Tangente durch den Reflexionspunkt.
Von 0 - 20 ms machen sich Verzögerungen als Klangfärbungen bemerkbar, darüber tritt der Echoeffekt in den Vordergrund (bei Impulsschall). 1 ms entspricht 34 cm Wegdifferenz. 20 - 50 ms sind ein guter Bereich, um den Hall einsetzen zu lassen. Man kann diesen Bereich auch nutzen, um eine höhere Deutlichkeit zu erzeugen.

Schallbrechung

Als Schallbrechung bezeichnet man die Fortpflanzung der Schallwellen in einem anderen Medium und einem anderen Winkel. Sie spielt nur bedingt eine Rolle, vorwiegend bei Luftdruckunterschieden.
Schallbrechung erfolgt in Richtung des Mediums mit der langsameren Schallgeschwindigkeit (kalte Luftschicht). Dadurch ergibt sich eine Überreichweite des Schalls. Der Brechungswinkel ist temperaturabhängig, je größer der Unterschied, desto größer wird auch der Winkel.

Als Flatterechos bezeichnet man Resonanzen, die durch Überlagerungen entstehen. Je nach Wellenlänge können sie sich zu Stehenden Wellen entwickeln.
Stehende Wellen (Flatterechos) entstehen für Frequenzen, deren halbe Wellenlänge gleich dem Abstand zweier schallharter paralleler Wände ist und deren ganzzahligen Vielfachen.

Sie sind Eigenresonanzen des Raumes, man hört sie vorwiegend im tiefen Frequenzbereich. Stehende Wellen brauchen eine gewissen Einschwingzeit.
Beispiel: In einem rechteckigen Raum mit der Höhe 3 m, Breite 4 m und Länge 5,5 m bilden sich zwischen den Wänden stehende Wellen aus. Berechne die stehenden Wellen der jeweils tiefstmöglichen Frequenz (ist bei l/2 gleich dem Wandabstand).
fH = c : l = 340m/s : 6m = 57 Hz (1. Ordnung), 114 Hz (2. Ordnung), 171 Hz (3. Ordnung)
fB = c : l = 340m/s : 8m = 43 Hz 86 Hz 62 Hz
fL = c : l = 340m/s : 11m = 31 Hz 62 Hz 93 HzSchallbeugung
Trifft eine Schalwelle auf einen Gegenstand mit einer Ausdehnung in der Größenordnung einer Wellenlänge oder darunter, so wird die Ausbreitung der Schallwelle nicht gestört, sondern sie wird um den Gegenstand herumgebeugt. Für die Ausbreitung des Hörschalls mit einer Wellenlänge zwischen 2 cm und 20 m hat das die Folge, daß tieffrequente Anteile von den meisten Hindernissen nicht beeinflußt werden. Höherfrequente Anteile werden aber reflektiert. Dies führt zu einem dumpferen Gesamtklangbild hinter den Hindernissen.
l=c:f f=c:l

Beispiel: Ein Hindernis ist 0,5m breit. Der Schall beugt sich bis zu f von 688 drum herum. (c=344m/s, l=0,5m).
Bei 1 - 5l beugen sich die Frequenzen noch ums Hindernis herum.
Schallschatten
Oberhalb der Frequenz 688 beugt sich der Schall nicht mehr.
Die Frequenzen gehen am Hindernis vorbei, sobald die Frequenz 5x größer ist als l. Dann wird die Fläche gegenüber der Wellenlänge zu groß.

Absorbtion

Bei der Absorbtion wird der Schallwelle Energie entzogen und damit die Schwingung der Luftmoleküle gedämpft. Dadurch wird die Schallwelle nur noch teilweise oder gar nicht mehr reflektiert.
Die Ausstattung eines Raumes mit Absorbern ist die gebräuchlichste bauliche Maßnahme zur Veränderung der Akustik.
Eine Schallabsorbtion läßt sich auf verschiedene Weise erreichen:

1. In offenporigen Materialien (Schaumstoffen) wird die Bewegung der Luftmoleküle durch Reibung gebremst.
2. Ein Resonator verstärkt die Bewegung der Luftmoleküle. Dadurch vergrößert sich aber die Reibung, was zur
Absorption führt. Diese Helmholtz-Resonatoren wirken nur in einem eng begrenzten Frequenzband um die
Resonanzfrequenz.
3. Werden Platten durch Schallwellen zum Mitschwingen angeregt und werden diese Schwingungen gleichzeitig
wieder gedämpft, erreicht man ebenfalls eine schmalbandige Absorption. Durch Kombination verschiedener Materialien läßt sich aber auch eine breitbandige Absorption erreichen.

Tieffrequenter Schall dringt tiefer in eine Wand ein als hochfrequenter Schall.
In der Wand erfolgt eine Absorption und Brechung der Schallstrahlen. Es entstehen Reibungsverluste, die Schallenergie wird in Wärmeenergie umgewandelt. In der Wand selbst wird der nicht absorbierte Schall als Körperschall weitergeleitet.
Die Reflexion und Absorption bestimmen die Hörsamkeit eines Raumes, also den Raumklang.

Absorptionsgrad a: 1 = vollständige Absorption
0 = vollständige Reflexion
Absorptionsvermögen einer Wand: a • S (m2) S = Fläche
Da die Absorptionswirkung in einem Material mit der Schallschnelle ansteigt, sollte es sich im Schnelle-Maximum l/4 der Wand befinden, oder eine entsprechende Dichte haben.

Höhenabsorber
Der Absorptionsverlauf kann durch die Dichte beeinflußt werden. Höhenabsorber bestehen aus porösen, wattigen Materialien.
Eine Erweiterung des Frequenzbereiches nach unten kann man durch Perforation oder Vertiefungen in der Oberfläche erreichen.
Mittenabsorber
Mittenabsorber sind meist gleichzeitig auch Höhenabsorber. Sie werden wie diese gebaut, haben aber eine größere Schichtdicke und Perforationen in der Abdeckung

Tiefenabsorber
Als Tiefenabsorber verwendet man sog. Resonatoren. Sie wirken auch auf die unteren Mitten. Es gibt zwei Arten von Resonatoren: die Helmholtzresonatoren, die ein schwingendes Luftvolumen mit Resonanzfrequenzen in einem schmalen Frequenzband erzeugen und die Platten-/ bzw. Membran-Absorber, die die Eigenresonanz einer schwingenden Platte ausnutzen.

Helmholtzresonatoren
Die Resonanzfrequenz ist verschiebbar, sie kann durch innere Dämpfung mit Schluckmaterial breitbandiger gemacht werden.
In der Platte entstehen Biegeschwingungen, das Luftvolumen hat eine Federwirkung. Die schwingende Platte hat Eigenresonanzen,
die Resonanzfrequenz wird bestimmt durch die Masse der Platte und die Größe des Luftvolumens. Man benutzt die Membranabsorber als Baßfallen.
Schalldämmung
R = das Verhältnismaß der auf eine Wand auftreffenden
Intensität (Druck) im Verhältnis zur durchgelassenen
Intensität (Druck).
Rw ist die bewertete Angabe, z. B. für Wohnräume.

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Hall

Hall als Oberbegriff bezeichnet den gesamten diffusen Schall in einem Raum.
– Einen harten oder prägnanten Klangeinsatz des Raumes erreicht man, wenn der Anhall bis zu 50 ms lang ist. Dadurch wird eine hohe Deutlichkeit erzielt (gut für Sprache).
– Wenn der Anhall länger dauert als 50 ms, erreicht man einen weichen Klangeinsatz, was eher für Musik geeignet ist.
– Der hörbare Anteil des Raumes hängt ab von der Lautstärke der Schallquelle.
– Das Lautstärkeempfinden entspricht dem Schalldruck, man hört allerdings den Schalldruckpegelverlauf.
– Die Lautstärke bestimmt auch den HallradiusSchallenergiedichte E
Die Schallenergiedichte bezieht sich immer auf ein Raumvolumen. Sie ergibt sich durch die Reflektionsdichte und charakterisiert das diffuse Schallfeld. Sie ist abhängig vom Absorptionsvermögen der Wände.

Schalleistung P

Absorptionsvermögen A (= a • S)
Nachhallzeit T RT 60: T = 0,163• (V:T)
Raumvolumen V
E = 4P = P • T c • A 13,8VDie Nachhalldauer ist die Zeit, in der der Nachhall hörbar ist (kann länger oder kleiner sein als die Nachhallzeit).
Die Dissipartion (Absorption) der Luft führt zu maximal gemessenen Nachhallzeiten von 3,1s bei 5 kHz und
1,2 s bei 10 khz.

Färbungen

– offenliegende Steinwände färben dumpf
– Holz färbt warm –> längere Nachhallzeiten im Mittenbereich und Bedämpfung im Baßbereich.

Direktschall

Der Schall gelangt auf direktem Wege zum Ohr, wird durch nichts behindert und umgeleitet. Der Direktschall ist die wichtigste Voraussetzung für gute Verständlichkeit. Er ermöglicht es auch die Richtung festzustellen, aus der der Schall kommt.

Erste Reflektion (Early reflections)

Die ersten Reflektionen sind die erste reflektierte Wellenfront.
Dies ist für das Gehör „lebenswichtig“, da hierdurch Informationen über den Raum gegeben werden:
- Oberflächenstruktur der Wände und Decke
- Lage, Position der Schallquelle
- Form des Raumes (Cluster), das kann bei „besseren“ Effektgeräten über Parameter eingegeben werden.
Die ersten Reflektionen sind zusammen mit dem Direktschall für die empfundene Lautstärke verantwortlich.
Ihr Pegel kann um bis zu 10 dB höher sein als der des Direktschalls, ohne daß dadurch die Ortung der Schallquelle beeinträchtigt wird.

ISD= Initial-Signal-Delay/ Early Reflections. => Einmal reflektierte Schallquelle
die ISD dürfen im Pegel weit über dem Direktschall liegen, ohne die Ortung zu beeinträchtigen (Haaseffekt).
– bis 20 ms verursachen sie Klangfärbungen
– 20 - 50 ms erhöhen sie die Deutlichkeit
– ab 50 ms werden sie immer mehr als Echo wahrgenommen
– empfundene räumliche Ausbildung der Schallquelle bei Seitenwandreflektion

Nachhall (Diffusion)

Nach einer gewissen Zeit verschmelzen die Reflektionen immer mehr zum Nachhall. Es sind keine einzelnen Reflektionen mehr wahrnehmbar.
Nachhallzeit nennt man die Zeit, in der der Schalldruckpegel nach dem Ende der Erregung einer Schallwelle um 60 dB (1/1000) abnimmt (s.a. RT 60-Parameter). Die Nachhallzeit zeigt eine Abhängigkeit von der Frequenz der Schallwelle. Normalerweise nimmt die Nachhallzeit mit steigender Frequenz ab. Für Räume gibt man eine mittlere Nachhallzeit an. Sie beträgt z.B. in Studioräumen für Wortproduktionen ca. 0,3s, in großen Kirchen über 3s.

Das diffuse Schallfeld baut sich in kleineren Räumen schneller auf.
Der Pegelanteil des Diffusschalls sollte geringer sein als der des Direktschalls.

Hallradius

Der Schalldruckpegel des Diffusfeldes entspricht dem Schalldruckpegel des Direktschalls. Der Hallradius ändert sich in Abhängigkeit von der Lautstärke und der Frequenz der Schallquelle. Dadurch kann es auch durchaus sein, daß der Hallradius gebündelt in eine Richtung ist, er ändert sich ständig.
Je größer der Raum ist, desto größer ist auch der Hallradius. Er wird kleiner, wenn die Nachhallzeit zunimmt. Je stärker absorbierend die Wände, um so kleiner wird der Hallradius, da weniger Reflektionen auftreten.
Der Nachhall ist so komplex, daß sich auch der Klang des diffusen Schallfeldes ändert. Es hat aber überall den gleichen Pegel. Innerhalb des Hallradius bei zwei inkoherenten Signalen, steigt der Pegel um 3 dB.Regieraum-Akustik

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Monitoring

Near-Field Monitoring
Beim Near-Field-Monitoring sollte das Stereodreieck so klein wie möglich sein, Die Monitore werden auf der Brücke des Mischpults aufgebaut. Man benutzt es besonders in Räumen mit schlechter Eigen-Akustik. Beim Aufstellen von Nahfeld-Monitoren muß man immer darauf achten, das keine Reflektionen über das Mischpult oder die Effekt-Geräte entstehen. Akustisch günstiger sind hier schräg eingebaute Patch-Bays und Effekt-Geräte, die keine Reflektionen direkt ans Ohr leiten.

Mid-Field-Monitoring
Das Mid-Field-Monitoring wird in den meisten Studios genutzt. Häufig zusammen mit dem Near-Field-Monitoring.

Far-Field-Monitoring
Das Far-Field-Monitoring verwendet man eigentlich nur für Produktionen, die später in großen Räumen abgespielt werden, wie z. B. Discos und Kinos.


Reflektionen

Reflektionen bei horizontaler Decke

Bei einer horizontalen Decke entstehen (abgesehen von stehenden Wellen) diverse Reflektionen, die den Klangeindruck stören und verfälschen. Der Engineer sollte nie im Bereich von Decken-Reflektionen sitzen.
Die minimalste Lösung sind hier Absorber an einer abgeschrägten Decke.

Expansions-Decke

Eine Decke, die zur Mitte des Raumes ansteigt. Dadurch werden die Schallstrahlen nach hinten in den Raum gelenkt. Eine Expansions-Decke ist immer sinnvoll, um klangfärbende Early-Reflections zu vermeiden, denn tiefe Frequenzen werden trotz Absorbern immer noch reflektiert.

LEDE-Konzept

Das LEDE-Bauprinzip wurde für mittelgroße Aufnahmeräume entwickelt (LE = Life End, DE = Dead End).
Im Bereich des Mischpults wird ein möglichst schalltoter Bereich eingerichtet. Im hinteren Bereich werden Reflektoren (Haas-Kickers, Diffusor) eingebaut, durch die Räumlichkeit entsteht.
Die ersten Reflexionen dienen der Lautheit und räumlichen Wirkung, fallen aber nicht in das Gesetz der ersten Wellenfront.
Das LEDE-Konzept arbeitet nach der Idee, daß die ersten Reflektionen einer Aufnahme (die aufgezeichneten Reflexionen) immer vor den ersten Reflektionen der Regieraums, d. h. des Life Ends den Engineer erreichen.
Die Reflektionen des Life Ends geben dem Engineer den Eindruck eines größeren Raumes und erhöhen die Lautheit, ohne die Ortung zu beeinflussen. Im Life End soll ein homogenes, diffuses Feld erzeugt werden (durch Reflektoren).
Auf den Boden hinter das Mischpult werden starke Absorber gebaut, damit kein Druckstau entsteht.

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Baukriterien für Regieräume

– Expansionsdeckecke, keine parallelen Wände
– Symmetrie in Bezug auf die Stereo-Basis-Mitte
– die ersten Reflektionen des Regieraums sollen sowohl zeitlich als auch vom
Energiepotential die der Aufnahme nicht überdecken.
– Reflektionen an Patch-Bay und Effekt-Rack vermeiden

Schwimmender Estrich

Der Schwimmende Estrich wird deswegen als „schwimmend“ bezeichnet, weil Gummiunterlagen unter dem Fußboden-Aufbau eingesetzt werden. Zwischen Der Wand und dem Fußboden entsteht ebenfalls eine akustische Entkopplung.
Wände
Je mehr Masse eine Wand hat, umso stärker ist die Dämmung. Man kann die Dicke jedoch durch den Bau von Sandwich-Wänden verringern. Die Wände sollen zum Fußboden, Decke und Nachbarwand durch Gummiband oder Montageschaum akustisch entkoppelt sein.

Man baut Wände mit ein- oder mehrschaligem Wandaufbau. Hat man eine Trägerwand spricht man von einer einschaligen Wand, bei zwei Trägerwänden von einer zweischaligen Wand usw. Auch hierbei sollte man wegen der zwischen den einzelnen Schichten entstehenden stehenden Wellen parallele Wandabstände vermeiden. Mit zweischaligen Trägerwänden kann man Schalldämmzahlen von über 80 dB erreichen. Die Wandbeschichtung sollte nach innen schallhärter werden.Dadurch entstehen Reflexionen von innen außen, die weitere Absorptionen bewirken.

Sonstiges

Heizungsrohre sollten ummantelt sein, Doppelglasscheiben und -türen nicht parallel
gebaut sein. Die Türen werden optimalerweise nach dem Sandwichprinzip
gebaut, oder sie müssen viel Masse haben, um den Schall zu schlucken.
Zur Störschallminderung ist es ideal Schallschleusen zwischen den einzelnen
Räumen zu bauen. Man nennt das Soundlock.
Ein guter Ambient-Noise-Level (Störschall) liegt im Studio bei einem
Schalldruckpegel von 20 dB.

Klimaanlagen (Frischluft)

– Ansaug- und Abluftrohr auf ruhiger Seite der Straße
– Luftschacht sollte möglichst verwinkelt geführt werden und innen Lamellen haben, um Luftschall zu hemmen
– Pumpe in Extra-Raum, möglichst schwingungsfrei gelagert. Groß dimensionieren und unter Leistung betreiben
– zur körperschallhemmung elastische Zwischenstücke zwischen den Schachtteilen.
Frequency Shield
In die Wände des Regieraums eingelassenes Gitter (Alu, Eisen) zur Abschirmung von Radiowellen.

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